Hochformat ist inzwischen überall.
Auf TikTok. Instagram. YouTube. LinkedIn.
Und trotzdem werden erstaunlich viele Filme immer noch quer gedacht und anschließend einfach hochkant ausgespielt.
Das funktioniert technisch.
Aber nicht unbedingt erzählerisch.
Denn Vertical Video ist mehr als ein anderes Seitenverhältnis. Es verändert, wie wir Menschen und Räume wahrnehmen.
Gesichter werden größer. Nähe wird wichtiger. Hintergründe verschwinden. Bewegungen müssen anders funktionieren. Texte und Grafiken werden Teil der Bildkomposition.
Vor allem aber verändert sich die Beziehung zwischen Zuschauer und Bild.
Das Smartphone wird in der Hand gehalten. Oft sehr nah am Gesicht. Der Inhalt befindet sich nicht irgendwo vor uns – er ist buchstäblich in unserer Hand.
Das erzeugt eine andere Intimität.
Deshalb ist die Frage bei Vertical Video nicht:
Wie schneiden wir unseren Film auch noch auf 9:16?
Sondern:
Was würde diese Geschichte erzählen, wenn wir sie von Anfang an für dieses Format entwickeln würden?
Das bedeutet nicht, dass jeder Film vertikal sein muss.
Aber es bedeutet, dass Plattformen nicht nur Ausspielwege sind.
Sie sind Medien mit eigenen Regeln.
Und wer Geschichten für unterschiedliche Plattformen entwickelt, sollte vielleicht weniger über Formate nachdenken.
Und mehr darüber, wie Menschen dort Geschichten erleben.
#frischebrise
